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US-Börsen unter Druck: Sorgen vor wirtschaftlichem Abschwung unter Trump

US-Börsen unter Druck: Sorgen vor wirtschaftlichem Abschwung unter Trump

Die anfängliche Euphorie über die Wiederwahl von Donald Trump hat sich an den Finanzmärkten spürbar abgekühlt. Während Anleger zunächst auf ein wirtschaftsfreundliches Umfeld mit Steuererleichterungen und Bürokratieabbau hofften, wächst nun die Sorge vor einer wirtschaftlichen Abschwächung. Dies spiegelt sich in deutlichen Kursverlusten an den US-Börsen wider. Der S&P 500 gab am Montag um fast 3 % nach, der Nasdaq verlor 4 %, und selbst Schwergewichte wie Nvidia und Apple mussten rund 5 % einbüßen.

Besonders hart traf es Tesla: Die Aktie des Elektroautoherstellers brach um 15 % ein und hat seit Dezember mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. Marktbeobachter führen dies auf schwächere Verkaufszahlen in wichtigen Regionen sowie auf die zunehmende Polarisierung von Elon Musk zurück, der sich politisch stark an Trump orientiert.

Parallel dazu ist die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen auf 4,22 % gesunken – ein Indikator dafür, dass Investoren mit einem schwächeren Wachstum rechnen. Während die offizielle Arbeitslosenquote mit 4,1 % weiterhin niedrig ist, deuten Frühindikatoren wie der BIP-Tracker der Atlanta Fed auf eine mögliche Rezession im ersten Quartal 2025 hin.

Auch das Konsumverhalten gibt Anlass zur Sorge: Unternehmen wie Delta Air Lines haben ihre Gewinnprognosen gesenkt, da die Nachfrage im Inland zurückgeht. Einige Beobachter sehen hierin eine Reaktion auf wirtschaftliche Unsicherheit und Befürchtungen über eine steigende Inflation unter Trump.

Zudem sorgen politische Entscheidungen für Unruhe. Die geplante Entlassung tausender Bundesangestellter sowie handelspolitische Maßnahmen gegen China und andere Länder setzen Unternehmen unter Druck. Auch Washingtons Immobilienmarkt könnte durch die Kürzungen im öffentlichen Sektor in Mitleidenschaft gezogen werden.

Trump selbst räumte in einem Interview mit Fox News ein, dass eine Rezession nicht ausgeschlossen sei, sprach jedoch von einer „Übergangsphase“. Dies wurde von Investoren als Zeichen gewertet, dass die neue Regierung dem Aktienmarkt kurzfristig weniger Beachtung schenkt als zuvor.

Während Trumps erste Amtszeit von steigenden Märkten geprägt war, zeigt sich nun eine neue Realität: Ohne das Vertrauen der Verbraucher bleibt es schwierig, die Wirtschaft auf Kurs zu halten.